"Die Karriere-Leiter soll damit Step-by-Step nach oben geklettert werden" - No Love Rights Management im Interview

"Die Karriere-Leiter soll damit Step-by-Step nach oben geklettert werden" - No Love Rights Management im Interview

In einem Interview mit dem Management von "No Love" haben uns Olak Grütter (bekannt als NIZA) & Mike Buck die Fragen unserer Community zu den Aufgaben, der Vision, den Producern und Erfolgen des Verlags beantwortet.


Was ist ein Musikverlag und welche Aufgaben übernimmt er für Artists bzw. Producer?

NIZA & Mike Buck: Simpel ausgedrückt, ist die Hauptaufgabe eines Musikverlages die Arbeit rund um die GEMA. Es gibt viele administrative und finanzielle Aufgaben. Wenn beispielsweise ein Song veröffentlicht wird, müssen die Credits und Splits aller Autoren geklärt werden sodass der Song korrekt als Werk angemeldet werden kann. Darüber hinaus behält ein Musikverlag die Tantiemen im Überblick. Da die GEMA verschiedene Abrechnungsperioden hat, muss der Musikverlag regelmäßig kontrollieren, ob ein Werk richtig aufgeführt und abgerechnet wurde.

Im Allgemeinen sorgen wir als Musikverlag dafür, dass der Papierkram für den Produzenten erledigt wird. Er soll sich vollständig auf seine Musik fokussieren können. Zusätzlich übernehmen wir als Verlag das Pitching der Beats bzw. der Samples. Wir schicken die Musik unserer Producer meistens direkt an Künstler, teilweise aber auch an deren Management oder Label. Zudem bringen wir unsere Producer auch vor Ort in die Studiosessions mit den Artists.

Des Weiteren bieten wir unseren Autoren auch eine intensive Betreuung im Management-Bereich. Dies beinhaltet viel Marketing:

z.B. Lassen wir in Zusammenarbeit mit Journalisten Medienberichte über unsere Produzenten veröffentlichen. Ihre Internetpräsenz wird unter anderem auf Wikipedia und Genius gepflegt, sodass deren Diskografie stets auf dem neuesten Stand nachlesbar ist.

Was sind die Vision und Mission von “No Love”?

NIZA: Wir bieten eine 360-Grad Betreuung, also Management und Verlag (Publishing). Das kommt daher, dass wir den Verlag nach meinen Wünschen bzw. den Bedürfnissen eines Producers aufgebaut haben. Denn, als ich damals frisch bei einem Major meinen ersten Verlagsdeal unterschrieb, hatte ich grosse Erwartungen an meinen weiteren Karrierefortschritt und merkte sofort dass mir ein Management fehlte. Bei “No Love” möchten wir genau das bieten, was ich damals zu dem Zeitpunkt erwartet hatte. Damit möchten wir jedem einzelnen Producer bei No Love das Gefühl geben, dass man sich um ihn kümmert. Das betrifft einerseits die Kommunikation die schnell und direkt sein sollte. Andererseits, dass dem Producer eine Richtung gegeben wird, also ein Mentor der ihm beiseite steht. Dadurch dass wir No Love nicht als Edition bei einem Major sondern zu 100% als independent Verlag aufgebaut haben, haben wir den Vorteil von kurzen Entscheidungswegen - also vollste Flexibilität.

Darüber hinaus lebt “No Love” eine richtig familiäre Kultur. Es werden immer wieder Open-Sessions organisiert wo sich alle vom Team treffen können um gemeinsam an Beats und Samples zu arbeiten.

Wie fördert “No Love” konkret die Karriere von jungen Producern?

Mike Buck: Wir gehen individuell auf jeden einzelnen Produzenten ein. Wir geben wertvolles Feedback und versuchen ihn in seiner Musik voranzubringen. Auch wenn ich als Manager vor allem für die Paperwork zuständig bin, bin ich trotzdem sehr oft im Studio mit dabei und bringe mich im kreativen Prozess mit ein. Mein Gehör ist mittlerweile stark darauf trainiert zu erkennen ob ein Beat platziert werden kann oder was es dazu noch benötigt um ihn tauglich für ein Placement zu machen.

Dadurch, dass wir unsere familiäre Kultur haben und eng im Team arbeiten, pushen sich unsere Producer auch gegenseitig. Jeder versucht dem anderen zu helfen. Konkurrenzdenken gibt es bei uns nicht.

Gemeinsam schaffen wir Synergien. Da wir einerseits Produzent (NIZA) und andererseits Manager (Mike) sind, können wir unsere Producer in allen Bereichen unterstützen. Das betrifft die Expertise für die Musik und eben auch für den geschäftlichen Teil.

Mit wem arbeitet “No Love” zusammen bzw. welche Partner habt ihr?

NIZA & Mike Buck: Als offiziellen Partner arbeiten wir mit dem Hamburger Label Marue zusammen, welches von Martino Maeckgeführt wird. wir haben eine Partnerschaft welches die verlegerischen Tätigkeiten betrifft bzw. Marue ist als Edition bei No Love angedockt. Ansonsten gibt es zahlreiche Artistsmit denen wir schon gearbeitet haben. Wer sich selber davon eine Übersicht verschaffen möchte, kann gerne unsere Diskografie in der No Love Music Publishing SpotifyPlaylist abchecken:

Welche Producer stehen bei euch unter Vertrag? Wer von euren Producern hat schon größere Placements gelandet?

Cano Millano (Kollegah, Farid Bang, Veysel, Olexesh, usw.)

Don Gima (Azet, S4MM, Noizy, usw.)

Deafect (Milonair, King Khalil, Kalazh44, usw.)

Kesto (Kollegah, NGEE, Milonair, usw.)

Pjeter (Mozzik, Kollegah, Kalazh44, usw.)

Spotless (Data Luv, Calin)

Dennis (YA x Mashkal, Celo & Abdi, Shadow030)

LA91 (Ramo, Shadow030, Alpa Gun)

IamZAN (Sugar MMFK, Nu51, Dedo, usw.)

1lxtellem (reezy, OMG, Sero El Mero, usw.)

und weitere Producer wie Xali, DAVH, TBEATZ, Ozo, Hittek.

Welche Producer werden bei euch gesigned bzw. wie kann als Producer ein Teil von “No Love” werden?

NIZA & Mike Buck: Producer können uns jederzeit Demos per Mail an demo@nolovemusic.com schicken. Wenn wir jemanden signen, hören wir uns natürlich zuerst seine Beats an. Mindestens genauso wichtig ist aber auch die Einstellung des Producers. Er muss für die Zusammenarbeit mit unterschiedlichsten Artists offen sein. Die Karriere-Leiter soll damit Step-by-Step nach oben geklettert werden. Gleichzeitig soll er auch flexibel sein und on point sein wenn er gebraucht wird (z.B. wenn eine Studiosession mit einem Künstler ansteht). Man darf sich nicht zu schade sein, seine Zeit zu investieren und kontinuierlich dran zu bleiben. Denn teilweise produziert man auch oft Beats ohne zu wissen wer sie später mal picken könnte.

Abgesehen von musikalischen Skills, wird bei uns auch sehr viel Wert auf die zwischenmenschliche Ebene gelegt. Sie ist die Basis für eine langfristige Zusammenarbeit.

Vielen Dank für das Interview!  


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